Mehr Bewegung in die Schule - Anregungen für eine Bewegte Schulkultur

 

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Ein Schlusswort (Rüdiger Klupsch-Sahlmann)

Ich komme zum Ende meiner Ausführungen. Das, womit ich schließen möchte, ist für mich noch besonders wichtig. Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen. Ich habe nicht vom Sitzen gesprochen. Vom gesunden, vom richtigen Sitzen. In meinem pädagogischen Konzept spielt die hier immer wieder vorgetragenen Aufgabe der Bewegten Schule, kompensatorisch auf den Bewegungsmangel und die Bewegungsmangelerscheinungen der Schülerinnen und Schüler zu wirken, eine untergeordnete Rolle. Ich frage mich nämlich sehr oft, wenn ich tagtäglich Unterricht sehe, woher denn wohl der krumme Rücken kommt, den, nennen wir ihn einmal Peter, hat? Ist dieser ‘Haltungsschaden’ entstanden, weil Peter immer falsch sitzt? Oder kommt er, weil Peter sich zu wenig bewegt? Oder drückt er etwas anderes aus? Verweist er vielleicht auf die autoritären Beziehungsstrukturen, die Peter zuhause erlebt? Kommt dieser krumme Rücken vielleicht auch davon, dass seine Lehrkraft ihn immer mit Ihrer Autorität duckt? Oder haben die fehlenden sozialen Beziehungen, die Peter immer in der Klasse erlebt, seinen Rücken krumm werden lassen? Stört der Peter den Unterricht oder stört der Unterricht den Peter?

Wenn Kinder mit Haltungsschäden in die Schule kommen oder sich während der Schulzeit ein Haltungsschaden entwickelt, dann ist dies explizit die Aufgabe der fachlich ausgebildeten Sportlehrkraft, sich im Rahmen des Sport- und Bewegungsunterrichts mit den dort vorhandenen Möglichkeiten darum zu kümmern. Sogar noch besser aufgehoben sind diese Schülerinnen und Schüler im Sportförderunterricht. Wenn Sie mit mir hierin übereinstimmen, und wenn die horrenden Zahlen in bezug auf Haltungsschäden bei Kindern und Jugendlichen wirklich stimmen, dann geht es gar nicht um die Frage, ob durch den Ansatz der Bewegten Schule der Sportunterricht abgelöst werden kann, die ja auch hier auf dem Expertengespräch beantwortet werden sollte. Vielmehr müssen wir mit der obersten Schulaufsichtsbehörde drüber reden, ob wir eine vierte, eine fünfte Sportstunde benötigen. Zumindest müssen wir dann aber sicher stellen, dass der Sportförderunterricht an allen Schulen in der erforderlichen Anzahl an Stunden auch erteilt wird.

Nein, liebe Kolleginnen und Kollegen, die kompensatorische Funktion hat für mich in mei­nem pädagogischen Konzept einer Bewegten Schule keine besondere Bedeutung. In meinem Konzept ist nicht allein die Sportlehrkraft für die Ideen in Anspruch zu nehmen. Jede Lehrkraft ist verantwortlich für die Aufgaben der Bewegten Schule.

Quelle: Rüdiger Klupsch-Sahlmann: Zum pädagogischen Ansatz einer Bewegten Schule, in: Dannemann, Fritz / Hannig-Schosser, Jutta / Ullmann, Roland (Hrsg.): Schule als Bewegungsraum. Konzeptionen - Positionen - Konkretisierungen. Tagungsbericht eines Expertengesprächs am 25./26. April 1996 in Heidelberg, 31-42

 

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